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Bestimmung der CO2-Emissionen in Unternehmen der Logistikbranche mit einem spezifischen Methodenbaukasten

Hintergrund

Die verladende Wirtschaft aus Industrie und Handel strebt nach dem Vorbild Großbritanniens an, ihre Umweltwirkungen produktbezogen auszuweisen. Um dies über ihre gesamte Supply Chain angeben zu können, fordern sie auch von ihren Logistikdienstleistern die sendungsbezogene Ausweisung sämtlicher Treibhausgasemissionen.

Die Bilanzierung der Emissionen im Allgemeinen und deren Allokation auf die einzelnen Kunden stellt für Logistikdienstleister allerdings vielfach eine große Herausforderung dar. Ein wichtiger Grund ist, dass es zwar eine Vielzahl an Normen und Richtlinien (u.a. ISO 14064-1, ISO 14065, DIN EN 14040, DIN EN 14044, PAS 2050) gibt, aber dennoch kein standardisierter, vergleichbarer Ansatz zur Bemessung von logistischen Prozessen existiert. Aufgrund der fehlenden bzw. lückenhaften Ansätze sind eine solche Bilanzierung sowie deren regelmäßige Aktualisierung verhältnismäßig aufwendig. Dies gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit der kleinen und mittelständischen Logistikdienstleister, die am Ende der Kette die Informationen beschaffen müssen.

Ablauf

Im Forschungsvorhaben „Methodenbaukasten CO2-Bilanz“ wurden zunächst kleinen und mittelständischen Logistikunternehmen die Rahmenbedingungen (Richtlinien, Vorgehen, Emissionsfaktoren) der Erstellung einer CO2-Bilanz näher gebracht werden. Im zweiten Schritt wurde ein Methodenbaukasten entwickelt, der die Logistikunternehmen zur Ermittlung von Emissionen ihrer Logistikprozesse befähigt. Diese Bilanz hat jedoch im Wesentlichen nur eine Innenwirkung. Daher sind die gesamten Emissionen abschließend aus Sicht des Logistikdienstleisters den Kunden verursachungsgerecht zuzuweisen.

Ergebnis

Das Ergebnis des Forschungsvorhabens ist ein CO2-Methodenbaukasten, der als Excel-Tool umgesetzt wurde. In diesem Tool wurden alle Verkehrsträger sowie die stationären Prozesse innerhalb einer logistischen Anlage betrachtet, so dass auch komplexere Transportketten abgebildet werden können. Insgesamt bietet das Tool eine pragmatische Lösung für den Alltag in Unternehmen. Hierzu kann einerseits für bestimmte Relationen auf vorhandene Datensätze zurückgegriffen werden, andererseits besteht die Möglichkeit stetig neue Relationen bedarfsgerecht hinzuzufügen. Die zugrunde liegenden Berechnungsverfahren kalkulieren den Energieverbrauch, die CO2- und die CO2e-Emissionen und unterscheiden dabei zwischen den Berechnungsgrenzen Tank-to-Wheel und Well-to-Wheel. Basierend auf den daraus resultierenden Treibhausgaswerten können Logistikunternehmen auch geeignete Maßnahmen zur CO2-Reduktion identifizieren und durchführen.

Dieses Vorhaben wurde mit Mitteln aus dem Haushalt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie über die AiF im Auftrag der Bundesvereinigung Logistik (BVL) gefördert.

Download

Der Methodenbaukasten steht hier zum kostenlosen Download bereit.

Ansprechpartner: Prof. Dr.-Ing. Uwe Clausen

 

Allianz Industrie Forschung Bundesvereinigung Logistik (BVL) e.V. Logo_lfo Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie